Während meines Studiums stellte ich mir eine Frage, die mich bis heute begleitet: Was ist eigentlich der Sinn meines Lebens? Meine Antwort kam überraschend klar: Ich möchte glücklich sein. Nicht als flüchtiges Hochgefühl, sondern als eine tiefe, tragende Zufriedenheit – eine, die auch dann bleibt, wenn das Leben anstrengend wird. Diese Antwort wurde zu einer inneren Richtschnur. Ich begann, Entscheidungen bewusster zu treffen und mich immer wieder zu fragen: Trägt das langfristig zu einem guten Leben bei?
Aus diesem Wunsch heraus beschäftigte ich mich früh intensiv mit dem Thema Glück. Parallel zu meinem Sportmanagement-Studium entschied ich mich deshalb für ein Zweitstudium in Philosophie und Psychologie. In dieser Zeit entstanden erste eigene Glücksmodelle – noch intuitiv, eher Skizzen als Konzepte. Rückblickend ist es spannend zu sehen, dass viele dieser Gedanken heute durch Psychologie und Psychotherapie gut belegt sind.
Nach dem Studium arbeitete ich in unterschiedlichen Anstellungen und gründete eigene Unternehmen. Irgendwann merkte ich jedoch, dass mir etwas Entscheidendes fehlte: Sinn. Ich entschied mich bewusst für den Lehrerberuf und wurde Sport- und Psychologielehrer. Besonders in der Arbeit mit jüngeren Kindern wurde mir klar, wie unmittelbar Glück erlebbar ist: durch Bewegung, Spiel, Freude und Verbundenheit. Diese Erfahrungen haben mich tief geprägt. Sie zeigten mir, dass Glück nicht nur verstanden, sondern erlebt und geteilt werden will.
Im Schulalltag wurde mir gleichzeitig immer deutlicher, wie wertvoll psychologisches Wissen ist – und wie spät viele Menschen damit in Berührung kommen. Der Wunsch, einen eigenen Glückskurs zu entwickeln, ließ mich nicht mehr los. Eine einjährige Fortbildung zum Glückslehrer am Fritz-Schubert-Institut und später ein Sabbatical gaben mir schließlich den Raum, diese Idee umzusetzen. Im Laufe dieser Arbeit gewann ein weiterer Gedanke zunehmend an Bedeutung: Warum begegnen viele Menschen psychotherapeutischem Wissen erst dann, wenn es ihnen bereits schlecht geht? Dabei helfen viele bewährte Methoden nicht nur in Krisen, sondern eignen sich hervorragend als präventive Werkzeuge für ein gutes und zufriedenes Leben. Genau dieses Wissen wollte ich verständlich, alltagstauglich und verantwortungsvoll zugänglich machen – nicht als Ersatz für Therapie, sondern als Unterstützung für Menschen, damit sie möglichst gar nicht erst krank werden.
Um diesen Ansatz weiter zu vertiefen, bildete ich mich zusätzlich bei der Gesellschaft für Positive Psychologie fort. Dort fand ich die wissenschaftliche Ergänzung zu dem, was mich schon lange bewegte: Stärken, Werte, Sinn und Lebenszufriedenheit – nicht als Wohlfühlbegriffe, sondern als ernstzunehmende psychologische Faktoren. So entstand Kind des Glücks: als Verbindung aus bewährtem psychotherapeutischem Wissen und moderner Positiver Psychologie, als strukturierter Kurs mit klaren Modellen – und als Einladung, das eigene Leben bewusster zu gestalten.
Seit ich begonnen habe, mein eigenes Leben bewusster zu betrachten, habe ich mich selbst oft als ein Kind des Glücks erlebt. Nicht, weil immer alles leicht war, sondern weil ich das große Glück hatte, in einem liebevollen und wertschätzenden Umfeld aufzuwachsen. Dankbarkeit wurde für mich zu einem zentralen Schlüssel für Zufriedenheit und Glück.
Als der Glückskurs konkreter wurde, suchte ich lange nach einem passenden Namen – ohne wirklich zufrieden zu sein. Die entscheidende Idee kam schließlich in einem unspektakulären Moment: in einer Supermarktschlange. Als es an der Kasse länger dauerte, sagte ich scherzhaft zu der Frau hinter mir, sie könne die Vorfreude auf ihr Eis nun einfach noch ein wenig länger genießen – sie sei gerade ein Kind des Glücks.
In diesem Moment wurde mir klar: Kind des Glücks ist kein Privileg, sondern eine Haltung. Jeder Mensch kann lernen, das eigene Leben bewusster zu betrachten, dankbarer zu sein und innere Spielräume zu entdecken – selbst wenn nicht alles perfekt ist. Kind des Glücks ist genau dazu eine Einladung.